Bekommt Salzburg ein Fotomuseum?

Die Diskussion um die Frage „Bekommt Salzburg ein Fotomuseum?“ schien in den letzten Wochen verstummt zu sein. Wer glaubt die Pläne dazu seien ebenfalls ad acta gelegt, irrt. Anlass für erneutes Aufkeimen der Kontroverse gab die Ausstellungseröffnung Menschenbilder. Neuankäufe der Fotosammlung des Bundes im Rupertinum. Das Rupertinum wird inoffiziell schon lange als Salzburgs Museum für Fotografie gehandelt. Landeshauptmann Wilfried Haslauer ließ bei der Eröffnungsrede durchklingen, dass ein Fotomuseum in Salzburg nach wie vor am Plan stehe. 

Der Fotografie kommt in Salzburg schon seit ihrer Entstehung ein hoher Stellenwert zu erklärt Thorsten Sadowsky, Direktor vom Museum der Moderne im Gespräch: „Bereits Otto Breicha, der Gründungsdirektor des Stammhauses des heutigen Museum der Moderne erweiterte seit den 1980er Jahren die Sammlung durch Ankäufe österreichischer Fotografie. Dazu kommt der Fotohof, der als Galerie, Verlag und Archiv ebenfalls internationale Bedeutung und Ausstrahlung erlangt hat.“ Die Tatsache, dass sich die beiden Kulturinstitutionen mit dem Medium Bild befassen, zeigt, dass Salzburg für ein Fotomuseum geradezu prädestiniert ist. Alleine aus dem Bestand des Mdm gehen 17.000 Fotoexemplare hervor. Das ist der größte Fotobestand in einem Österreichischen Museum. Mit der Begründung, das Material wäre in Salzburg zu wenig sichtbar, drohte der Bestand vor kurzem der Mozartstadt zu entgleiten. Kritische Stimmen sind der Meinung, ein Fotomuseum gehöre, wenn überhaupt, in eine Metropole. Sadowsky ist anderer Meinung: „Die frühe Wertschätzung des Mediums Fotografie in Salzburg und die professionelle Arbeit, die hier seit vielen Jahren geleistet wird, qualifizieren Salzburg aus meiner Sicht in hohem Maße als Standort für ein österreichisches Fotomuseum. Alles weitere hängt von kulturpolitischen Grundsatzentscheidungen ab.“

Die Machbarkeitsstudie, welche auf Bundes- und Landesebene erstellt wurde, ist bereits fertig und wird gerade ausgewertet. Anhand der Ergebnisse soll entschieden werden, ob und wie ein solches Museum aussehen könnte. Diesbezüglich hat Karl Zechenter, Obmann vom Dachverband der Salzburger Kulturstätten eine genaue Vorstellung: „Fotografie ist heute mehr: Es muss ein Haus für Foto und digitale Medien werden.Was wir nicht brauchen: eine Hochglanz-Touristenfalle und dass die Finanzierung auf Kosten der Förderung von Salzburger KünstlerInnen geht.“